Deutsch-Angolanische
Wirtschafts-Initiative e.V.

  

Neues Staatsministerium für Ex-Sonangol-Chef Manuel Vicente

Staatspräsident José Eduardo dos Santos hat nach Berichten angolanischer Medien den bisherigen Chef der staatlichen Ölgesellschaft Sonangol, Manuel Vicente, zum Staatsminister in dem erst am Montag durch den Ministerrat gebilligten neuen Ministerium für Wirtschaftspolitische Koordination ernannt. Vicente war zuvor von seinem Posten als CEO der Sonangol abberufen worden.

Das Amt des Staatsministers für Wirtschaftspoltische Koordination ist ein neuer, von dos Santos ge-schaffener,  Kabinettsposten zur Formulierung, Umsetzung und Überwachung der angolanischen Wirtschaftspolitik. Der neue Staatsminister soll dazu beitragen, die Wirksamkeit der wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Regierung zu steigern. Zum Aufgabengebiet gehört auch die Koordination der bilateralen Kommissionen Angola/Brasilien, Angola/China, Angola/Kuba und Angola/Frankreich.

Vicente, der das volle Vertrauen des Staatspräsidenten genießt und zu dessen engsten Verbündeten gehört, berichtet direkt an dos Santos und dürfte weitreichende politische Entscheidungsbefugnisse haben. Er steht damit auf einer Stufe mit den Staatsministern Carlos Maria Feijo (Gesellschafts- und Sozialpolitik) und Manuel Helder Vieira Dias (Chef des Militärstabes).

Analysten werten die Berufung von Manuel Vicente als einen erneuten Beleg dafür, daß dieser einer der heißesten Anwärter für die Nachfolge von dos Santos sein könnte. Die Neubesetzung einer Position in seinem engsten Umfeld vor den Parlamentswahlen im Herbst dieses Jahres gehört nach Auffassung von Experten zur Strategie des Staatspräsidenten, sich nicht in die Karten schauen zu lassen und damit das Rätselraten über seine Pläne zu befeuern.

Nachfolger von Manuel Vicente, der seit 1999 an der Spitze von Sonangol stand, wird Francisco de Lemos José Maria, seit 2008 Finanzvorstand des Unternehmens. Neu in den Vorstand berufen wurde Rachel Ruth Vung David Costa als Executive Administratorin.

In seiner Sitzung am Montag dieser Woche beschloß der Ministerrat außerdem die Abberufung von Archer Mangueira als Vize-Minister für Handel und Kommerz und ernannte ihn zum Präsidenten des Verwaltungsrats der Kapitalmarkt-Kommission.

Sonangol nicht länger für Staatsausgaben zuständig

Die staatliche Ölgesellschaft Sonangol wird nach Aussage von Finanzminister Carlos Lopes nicht länger die Zahlung von Staatsausgaben vornehmen. Diese Entscheidung fiel am 22. Dezember des vergangenen Jahres und gilt bereits für den Staatshaushalt 2012. Vorübergehend ist es Sonangol gestattet, Zahlungen für den Schuldendienst und Subventionen für Treibstoffpreise beizusteuern. Der Minister begründete die bisherige Praxis mit dem 2002 zu Ende gegangenen Bürgerkrieg.

„Die Übernahme staatlicher Ausgaben durch Sonangol und die damit verbundene nur teilweise Erfassung der Öleinnahmen durch die Staatskasse muß in diesem historischen Kontext gesehen werden.“

Angola verzichtet zukünftig auf weitere IWF-Kredite

Die angolanische Regierung wird keinen weiteren Kredit beim Internationalen Währungsfond (IWF) aufnehmen, wenn das unter dem Stand-by Agreement vereinbarte Darlehen über 1,4 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr ausgelaufen ist.

Der Agentur Reuters sagte Wirtschaftsminister Abrao Gourgel, die technische Unterstützung für vorgenommene makro-ökonomische Reformen war für die angolanische Regierung weit wichtiger als das eigentliche Darlehen.

Mit Hilfe des IWF bekam Angola die Glaubwürdigkeit, die das Land brauchte, um von den internationalen Rating-Agenturen ein Kredit-Rating zu bekommen. Die angolanische Regierung plant eine weitere Beteiligung des IWF auf der Basis von Beratung und technischer Hilfe.

Die Delegation des IWF beendete vor zwei Wochen in Luanda ihre Analyse des Stand-by Agreements im Hinblick auf die Freigabe der Auszahlung der letzten Tranche. Die vorläufige Bewertung, so Gourgel, war positiv. 

Angola hat bislang 1,21 Milliarden Dollar aus dem vereinbarten Kredit in Anspruch genommen.

Planung eines Windparks in der Provinz Namibe

Das angolanische Ministerium für Energie und Wasser plant im Zuge des Ausbaus Erneuerbarer Energien in der Nähe der Stadt Tombwa in der Provinz  Namibe den Bau eines 100 Megawatt Windparks.

Wie die nationale Direktorin für Erneuerbare Energien, Sandra Cristovao, der staatlichen Nachrichtenagentur ANGOP mitteilte, haben Messungen in der Region ein signifikantes Windpotential in einer Höhe von 40 Meter mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 5,2 Meter pro Sekunde ergeben. Damit kann der Windpark rentabel betrieben werden.

Die angolanische Regierung möchte in verschiedenen - insbesondere ländlichen -  Regionen des Landes eine Vielzahl von Projekten zur Erzeugung sauberer oder öko-freundlicher Energie verwirklichen. Neben Windenergie sollen auch Biomasse-Projekte realisiert werden, die Siedlungsabfälle und organische Abfälle aus der Natur verarbeiten. Es gibt, so Sandra Cristovao, für die Erzeugung von Energie außerdem Pläne zur Verwendung von Zuckerrohrbagasse und zum Bau von Photovoltaik-Anlagen, bekannt unter der Bezeichnung „Casa Solar“ (Casol).

Israel möchte Zusammenarbeit ausbauen

Israel möchte nach den Worten von Botschafterin Irit Savion Waidergorn seine Zusammenarbeit mit Angola in verschiedenen Bereichen gemeinsamen Interesses vertiefen. Neben einem landwirtschaftlichen Projekt in Cacanda, das von einem israelischen Unternehmen zur Entwicklung der Landwirtschaft in Lunda Norte durchgeführt wird, zeigt sich Israel insbesondere interessiert an einer Ausweitung der Kooperation bei der Exploration und Förderung von Diamanten sowie im Bereich Gesundheit.    

Nigeria erwartet stärkere Führung durch Angola

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan wünscht sich zur regionalen Stabilisierung im südlichen Afrika eine stärkere Übernahme der Führung durch Angola. Wie die Zeitschrift RUMO berichtet, äußerte Nigerias Staatspräsident diesen Wunsch aus Anlaß des Besuchs des angolanischen Außenministers Georges Chikoti in Abuja. Nach den Worten von Goodluck Jonathan braucht Afrika eine starke Führung und wies in diesem Zusammenhang auf die besondere Rolle des angolanischen Staatspräsi-denten bei der Stabilisierung Guinea-Bissaus hin.



Nürnberg, 26. Januar 2012
Rainer Dzösch

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