Deutsch-Angolanische
Wirtschafts-Initiative e.V.

  

Bosch baut seine Präsenz in Afrika aus

Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch eröffnete Ende Oktober 2014 zwei neue Vertriebsniederlassungen in Afrika – eine in Luanda, der Hauptstadt Angolas, die andere in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks. Aktuell ist Bosch insgesamt in sieben afrikanischen Ländern mit Regionalgesellschaften oder Niederlassungen vertreten. Bis Ende des Jahres sollen zwei weitere Standorte in Algerien und Ghana hinzukommen.

Damit unterstreicht das Unternehmen die zunehmende Bedeutung Afrikas als wichtigen Zukunftsmarkt für Bosch: "Die wachsende Mittelschicht, immer mehr gut ausgebildete junge Leute, der Rohstoffreichtum des Kontinents – all das sind Gründe, die eine positive wirtschaftliche Entwicklung vieler afrikanischer Staaten versprechen", sagte Bosch-Geschäftsführer Uwe Raschke. Dies mache die Region auch für Bosch attraktiv.

In dem Statement des Unternehmens heißt es weiter: „Der Ausbau des lokalen Knowhow ist ein wichtiges Anliegen für Bosch. Zum Beispiel bietet das Unternehmen Schulungen für lokale Kfz-Werkstätten. Diese werden häufig gemeinsam mit Partnern vor Ort, wie zum Beispiel Automobilverbänden oder anderen Institutionen durchgeführt.''

Der Schwerpunkt der neuen Niederlassungen in Angola und Mosambik liegt zunächst auf dem Vertrieb von Kraftfahrzeugersatzteilen, Werkstattkonzepten, Elektrowerkzeugen, Sicherheitstechnik und Thermotechnik. Aber auch Maschinen für die Verpackung von pharmazeutischen Produkten oder Nahrungsmitteln wie Reis und Mehl sollen angeboten werden.

Bosch ist seit 1906 in Afrika präsent, mit Schwerpunkt Südafrika, wo vor allem Automobilkomponenten produziert und Verpackungsmaschinen montiert werden. Bosch hat Niederlassungen und regionale Tochtergesellschaften in Ägypten, Marokko, Kenia und Nigeria.

Seit Anfang Oktober 2014 ist die Tochtergesellschaft Bosch Rexroth mit 50 Prozent an der südafrikanischen Hytec Gruppe beteiligt, einem der führenden Hersteller und Lieferanten von Hydraulik- und Automatisierungskomponenten in Afrika.

Weniger Geld für Kasernen, mehr für Schulen und Hospitäler

Der Entwurf des Staatshaushalts 2015, der dem Parlament zur Beratung vorliegt, bricht überraschend mit einer Tradition. Zum ersten Mal seit Beendigung des Bürgerkriegs wird für Bildung und Gesundheit mehr Geld vorgesehen als für Verteidigung und Innere Sicherheit. Die Ausgaben für Bildung und Gesundheit wachsen um 47 bzw. 28,4 Prozent. Der Anteil des Bereichs Bildung wird nach den Vorstellungen der angolanischen Regierung 9,1 Prozent des Staatshaushalts ausmachen, der Bereich Gesundheit liegt bei 5,4 Prozent.

Zusammen genommen sieht der Haushaltsentwurf für Bildung und Gesundheit Ausgaben in Höhe von 14,7 Prozent vor, während Verteidigung und Innere Sicherheit, bei einer Kürzung um 14,3 Prozent gegenüber 2014, im kommenden Jahr auf einen Anteil von 14,1 Prozent kommen.

Der Staatshaushalt für das kommende Jahr sieht laufende Ausgaben – mit Ausnahme von Investitionsausgaben – von etwas mehr als 31 Milliarden Euro vor. Das entspricht 28,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Isabel dos Santos bietet für Portugal Telecom

In Portugal ist ein milliardenschwerer Bieterstreit um den Telekommunikationskonzern Portugal Telecom (PT) SGPS entbrannt. Mit der Milliardärin Isabel dos Santos tritt ein zweiter Bieter für das ehemalige Staatsunternehmen auf den Plan. Die 41jährige Tochter des angolanischen Staatspräsidenten Jose Eduardo dos Santos hat über ihre weitgehend unbekannte portugiesische Firma Terra Peregrin eine Offerte für den Telekommunikationskonzern vorgelegt. Dos Santos bietet 1,2 Milliarden Euro, das entspricht 1,35 Euro je PT Aktie.

Ziel des Gebots sei auch der Kauf eines großen Anteils am brasilianischen Telekommunikationskonzern Oi (auf Deutsch: Hallo), teilte Terra Peregrin mit. Man strebe aber keine Kontrollmehrheit bei den Brasilianern an. Die Portugal Telecom SGPS Holding ist an Oi mit 25,7 Prozent beteiligt. Oi (früher Telemar Norte Leste) ist seit dem Kauf von 79 Prozent Anteilen an Brasil Telecom S.A. im Jahr 2009 das größte Telekommunikationsunternehmen in Brasilien und Südamerika mit Sitz in Rio de Janeiro. Oi hat mehr als 75 Millionen Abonnenten.

Erst vor einer Woche hatte der französische Kabelnetzbetreiber Altice des französisch-israelischen Milliardärs Patrick Drahi für die PT-Geschäftsbereiche in Portugal rund sieben Milliarden Euro geboten.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wies Oi inzwischen das Angebot von Terra Peregrin als inakzeptabel zurück, weil dies nicht mit den Vorstellungen vereinbar sei, die PT und Oi mit der für März 2015 geplanten Fusion zugrunde gelegt haben. Isabel dos Santos erklärte daraufhin, sie sei bereit, ihr Angebot nachzubessern, um die Bedenken von Oi zu zerstreuen und die Aktionäre zu überzeugen. Der Erfolg ihrer Mission hängt vom Verhalten der Aktionäre der PT ab. PT stellt zudem zwei Mitglieder im Vorstand von Oi, die ein Vetorecht bei einem Verkauf von PT Vermögen durch Oi besitzen.

Ein Sprecher des Unternehmens Terra Peregrin teilte Reuters mit: „Wir glauben fest an dieses Projekt und wenn wir Unterstützung bekommen, werden wir alles tun, um diesen Deal durchzuziehen. Unser Angebot verhindert die Demontage von PT und ermöglicht es dem Unternehmen, selbstständig zu bleiben.“

Falls Isabel dos Santos mit ihrem Angebot Erfolg haben sollte, könnte sie möglicherweise das Darlehen in Höhe von 900 Millionen Euro zurückzahlen, dass PT der inzwischen bankrotten Banco Espirito Santo im Sommer dieses Jahres gewährte. Oi hatte wegen dieses Kredits die Bedingungen für den Zusammenschluss mit PT korrigiert und den Anteil der Portugiesen an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen verringert. Isabel dosSantos würde mit der Ablöse des Darlehens ihren Anteil an Oi auf 38 Prozent erhöhen.

Zusammen mit dem portugiesischen Mischkonzern Sonae kontrolliert Isabel dos Santos bereits NOS, den zweitgrößten Telekommunikationsanbieter und Hauptrivalen von PT in Portugal. NOS soll ebenfalls Interesse am Kauf der PT Aktien signalisiert haben.

Viana Industrie Park steckt in Schwierigkeiten

Mehr als 80 Verträge, die mit privaten Investoren für die geplante Niederlassung ihrer Unternehmen im Viana Industrie Park abgeschlossen wurden, müssen möglicherweise in Kürze wegen Nicht-Erfüllung der Vertragsbedingungen aufgehoben werden.

Aus Anlass des 16. Jahrestags der Gründung des Industrieparks musste der Staatssekretär im Industrieministerium, Ngone Kiala Gabriel, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ANGOP zugestehen, dass etliche Privatunternehmen, die mit ihren Unterschriften die Hoffnung auf die Entwicklung eines erfolgreichen Industrieparks genährt haben, bis heute nicht „mit der Implementierung ihrer Unternehmen vorangekommen sind“.

Mit Genehmigung seines Ministeriums, so Kiala, arbeite der Vorstand der Gesellschaft „Pólo de Desenvolvimento Industrial de Viana“ an einer Lösung des Problems. Es gebe viele Interessenten, die die entstandenen Lücken füllen könnten.

Steuerbelastung für Unternehmen sinkt

Die Steuerbelastung für angolanische Unternehmen wird im kommenden Jahr um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent gesenkt. Das berichtet die Tageszeitung Jornal de Angola.

Das neue Industriesteuergesetz ist Teil eines Steuerreformprojekts der angolanischen Regierung, das die Steuerexekutionsordnung, das Einkommenssteuergesetz und die Abgabenordnung regelt. Das Gesetz wurde im Juni von der Nationalversammlung beschlossen und im Oktober im Gesetzblatt veröffentlicht.

Mit der Verringerung des Unternehmenssteuersatzes soll die Wettbewerbsfähigkeit angolanischer Unternehmen gefördert und die Attraktivität Angolas für ausländische Investitionen gesteigert werden.

Ab 2015 zahlen Einzelunternehmer eine Einkommenssteuer und sind von der Industriesteuer befreit, während von Unternehmensgesellschaften weiterhin eine Industriesteuer erhoben wird.

Ab dem kommenden Jahr gelten außerdem effizientere Maßnahmen zur Zwangserhebung von Steuern. Das gilt für die Pfändung von Erträgen, Bankkonten, Löhnen und Gehältern sowie für die Beschlagnahme von Immobilien und anderen Vermögenswerten von Steuerschuldnern.

Neben dem Industriesteuergesetz wurde eine Steueramnestie für bestimmte Steuerschulden erlassen, die bis Ende 2012 beim Fiskus aufgelaufen sind. Das betrifft Schulden bei der Industriesteuer, bei Steuern auf persönliche Einkommen, bei der Stempelsteuer (die üblicherweise für die Ausstellung von Dokumenten erhoben werden), bei Kapitalerträgen und Grundsteuern.

Ausgenommen hiervon sind Zollsteuern, Steuerschulden staatlicher Unternehmen unter Berücksichtigung der besonderen Steuerregelungen, Steuerschulden nachgelagerter Unternehmen sowie Schulden bei gesetzlich festgelegten Sozialbeiträgen.

Aus BESA wird Banco Económico

Die Banco Espirito Santo Angola (BESA), die angesichts der in Schieflage geratenen por-tugiesischen „Mutter“ Banco Espirito Santo (BES), drohte, in den Strudel hineingezogen zu werden, existiert nicht mehr. Wie die Nationalbank von Angola mitteilte, wurde die Bank durch die „Banco Económico“ ersetzt und das staatliche Erdölunternehmen Sonangol, trotz der Einwände des Vorstrands der ehemaligen portugiesischen Banco Espirito Santo (BES), als Anteilseigner eingesetzt.

In einer Presseerklärung der Nationalbank heißt es, die Änderung der Aktionärsstruktur sowie die Umbenennung seien von den Aktionären der BESA genehmigt worden. Wie angekündigt werde die Novo Banco, die bei der Umwandlung der BES in eine „Bad Bank“ im August dieses Jahres von der portugiesischen Regierung aus der BES herausgelöst und kapitalisiert worden war, einen 9,9 Prozent Anteil an der Banco Económico erhalten.

Wie hoch die Anteile der Sonangol sein werden, geht aus der Erklärung nicht hervor. Sonangols Eintritt in die Bank ist Teil des Kapitalisierungsplans der angolanischen Nationalbank. Nach Berichten portugiesischer Medien wird von Sonangol eine Kapitalspritze von ca. 252 Millionen Dollar erwartet. Das entspricht in etwa einem Aktienanteil von 35 Prozent.

Weitere Anteile bekommen die chinesische Lektron Capital sowie die angolanische Grupo GENI, die bereits mit 18,99 Prozent an der BESA beteiligt war. Insgesamt sollen an bestehende und neu hinzukommende Investoren der Banco Económico neue Aktien im Wert von 650 Millionen Dollar ausgegeben werden.

Zu Geschäftsführern der Banco Económico wurden Sanjay Bhasin und Girish Narula bestellt. Bhasin war seit November 2013 CEO der Banco de Poupança e Promoção Habitacional (BPPH), einem Sonangol gehörenden Finanzinstitut. Narula war als Administrator derselben Bank verantwortlich für den operativen Bereich. Die angolanische Nationalbank, die übergangsweise die Führung der BESA übernommen hatte, gibt diese Aufgabe wieder ab.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, werden die Aktionärsbeschlüsse von der BES, die die problematischen Vermögenswerte der ursprünglichen BES geerbt hat, nicht akzeptiert, da ihre Vertreter nicht zu der Sitzung eingeladen waren. In einem Statement teilte die Bank mit, sie sei der Auffassung, dass die Beschlüsse der Aktionärsversammlung der BESA ungültig und wirkungslos seien und werde entsprechend handeln. Die BES besteht darauf, mit ihrem bisherigen Anteil von 55,71 Prozent, Hauptaktionär der BESA, nun Banco Económico, zu bleiben.

Der sinkende Ölpreis bietet auch Chancen

Angolas Wirtschaftsminister Abraão Gourgel sieht in dem derzeit niedrigen Ölpreis eine große Chance zur Diversifizierung der Wirtschaft seines Landes. Potentielle Bereiche sind nach seiner Auffassung die Landwirtschaft, die Agro- und Lebensmittelindustrie, der Bergbau sowie Ölprodukte.

Wohnungsbau, Wasser, Energie, Transport und Logistik sind bereits Bestandteil des Diversifikationsprogramms der angolanischen Regierung, die maßgeblich dazu beitragen, die Auswirkungen der Ölpreisschwankungen auf die Volkswirtschaft zu mildern.

Nationale Abfallagentur nimmt Arbeit auf

Nach der Gründung der Nationalen Abfallagentur (ANR) vor vier Monaten hat die Agentur nun mit ihrer Arbeit begonnen. Die Büroräume, die fünf Stockwerke im Gebäude „Nova Vida“ in Luanda einnehmen, wurden von Umweltministerin Maria Fátima de Jardim offiziell eingeweiht. Die Agentur ist in die fünf Hauptabteilungen Abfallverwertung, Management von Abfall und Infrastruktur, Informationstechnologie, Finanzen und Recht gegliedert.

Die Ministerin bezeichnete die zukünftige Arbeit der Agentur als einen Wendepunkt im Hinblick auf Erfassung und Beseitigung von Abfällen. Dazu gehören auch die Umsetzung der durch ihr Ministerium gesetzten Normen und der angemessene Umgang bei der Entsorgung von Klinikabfällen und städtischem Müll.

Zu den Aufgaben der Agentur gehört u.a. die Regelung der Aktivitäten staatlicher Dienstleistungsunternehmen, die Beurteilung bei der Einführung neuer technischer Verfahren sowie ein kostenorientiertes Abfallmanagement. Die Nationale Abfallagentur arbeitet eigenständig und unabhängig.

Odebrecht sichert sich dreistelligen Millionen-Auftrag

Der angolanische Ableger des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht hat sich einen Auftrag über 268,2 Millionen Dollar zur Realisierung der dritten Phase des Benguela Wasserprojekts gesichert, das den Bau von Wasserversorgungssystemen für die Städte Benguela, Lobito, Catumbela und Baía Farta vorsieht.

Das Projekt soll Signalwirkung für Gesamt-Angola bei der Schaffung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser für einen großen Teil der in den Städten Benguela und Lobito wohnenden Bevölkerung haben.

Odebrecht beschäftigt in Angola etwa 24.000 Mitarbeiter und hat laut Aussage des Präsidenten der brasilianischen Gruppe, Emilio Odebrecht, in dem Land ein Business Portfolio im Wert von fünf Milliarden Dollar.

Emirates greift TAAG unter die Arme

Nur wenige Tage nach Unterzeichnung der Verlängerung der Kooperationsvereinbarung mit der Lufthansa wendet sich die staatliche angolanische Fluggesellschaft TAAG überraschend einem weiteren Partner zu. Emirates und die angolanische TAAG rücken näher zusammen - und das nicht in Form einer Beteiligung am Eigenkapital, wie es Nachbar und Konkurrent Etihad bevorzugen würde.

Wie am Dienstag bekannt wurde, unterzeichnete die Wüstenairline eine Konzessionsvereinbarung mit der Republik Angola, die Emirates Managementfunktionen an der afrikanischen Nationalfluggesellschaft abtritt.

Gemeinsam mit der Regierung solle nun ein "Business Plan formuliert und umgesetzt, das Management unterstützt und Flotten- und Netzwerkstrategien überarbeitet werden", heißt es im Wirtschaftsdienst "Arabian Business". Zeitgleich wolle man auf Synergien setzen und so der Vision des Staates näherkommen, eine angolanische "World class" Airline aufzubauen.

Emirates sehe enormes Potential in Afrika und möchte, neben zusätzlichen Routen und Frequenzen, auch mit Partnerschaften den Marktanteil auf dem Kontinent erhöhen. Angola hofft im Gegenzug auf eine Restrukturierung und weiteres Wachstum der Staatsairline sowie wirtschaftliche Impulse für das gesamte Land.

Die Vereinbarung unterliegt noch der finalen behördlichen Zustimmung.

Natürliche Ressourcen werden zu wenig genutzt

In einem Gespräch mit der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa wies der Staatssekretär im Industrieministerium, Ngone Kiala Gabriel, auf das elementare Interesse Angolas an der Ansiedlung von Unternehmen hin, die dazu beitragen, das enorme Potential der landwirtschaftlichen Ressourcen des Landes zu nutzen und damit nicht nur den nationalen, sondern auch den regionalen südafrikanischen Markt mit Millionen potentieller Konsumenten zu versorgen.

Angolas besonderes Interesse liege dabei im Aufbau einer starken Agro-Industrie für die Lebensmittelproduktion, aber auch für die Verarbeitung von Industriepflanzen wie Baumwolle und Holz. „Angola ist nicht nur wegen seiner 24 Millionen Einwohner ein großer Markt, Angola hat auch eine bedeutende Stellung in der South African Development Community und der Economic Community of Central African States. Organisationen, denen insgesamt 17 Staaten mit mehr 300 Millionen Menschen angehören“, so Kiala.

Was Angola brauche sei die intensive Nutzung seiner natürlichen Ressourcen, die Schaffung eines Mehrwerts für nationale Produkte sowie die Erhöhung ihrer Lebensdauer. Damit könnten Arbeitsplätze und Wohlstand entstehen und die wettbewerbsmäßige Subventionierung von Lebensmittel Importen Einhalt abgebaut werden.

Ein Buch belegt - Kapitalflucht hat gravierende Folgen

Die Kapitalflucht aus Angola beträgt nach Schätzungen jährlich nahezu zwei Milliarden Euro oder sieben Prozent des Bruttoinlandprodukts. Diese Daten sind dem Kapitel „Kapitalflucht und Entwicklungspolitik zugunsten der Ärmsten in Angola“ eines Buches zum Thema Kapitalflucht im südlichen Afrika zu entnehmen, das Alves da Rocha, Direktor des Zentrums für Studien und Wissenschaftliche Forschung der Katholischen Universität in Angola, in Luanda vorstellte.

In seiner Analyse, die anhand von Statistiken und internationalen Studien erstellt wurde, kommt Rocha zu dem Ergebnis, dass die illegale Kapitalflucht aus Angola in den Jahren 2001 bis 2010 jährlich variierend eine Größenordnung zwischen 384 und zwei Milliarden Euro erreichte, mit gravierenden Folgen für die angolanische Volkswirtschaft. „Wir füttern mit unserem Kapital andere Volkswirtschaften und wir schaffen in anderen Ländern Arbeitsplätze, die wir hier dringend benötigen.“

Schuld an dem unhaltbaren Zustand sind für Alves da Rocha die Schwäche der angolanischen Banken, die unzureichende Strafverfolgung, die nachlässige Kontrolle ausreisender Passagiere auf dem internationalen Flughafen von Luanda und natürlich die Verlockungen der Steueroasen. Würde die Kapitalflucht gestoppt, so Rocha, könnte die Armutsquote in Angola um jährlich 2,11 Prozent reduziert werden.

Das Buch, das weitere Beiträge von neun Wissenschaftlern aus Afrika, Europa und Südamerika enthält, ist die Antwort auf eine internationale Konferenz zur Thematik „Kapitalflucht“, die im Juni 2013 in Luanda stattfand. Damals schätzte das angolanische Finanzministerium die Größenordnung der jährlichen Kapitalflucht offiziell auf 14 Millionen Euro. Diese Zahlen sind weit entfernt von denen, die durch die Arbeit der Katholischen Universität für Angola ermittelt wurden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass kein angolanisches Regierungsmitglied bei der Buchpräsentation zugegen war.

In den vergangenen 25 Jahren, so die Schätzung der Autoren, haben die Volkswirtschaften in Sub-Sahara Afrika jeweils jährlich insgesamt 18 Milliarden Euro durch Kapitalflucht verloren. Das sind mehr als 60 Prozent der gesamten Bruttoinlandsprodukte.

Neben dem Thema Kapitalflucht und deren Auswirkungen beim Kampf gegen die Armut, beleuchten die Autoren des Buches speziell die Beteiligung der Banken an Kapitalflucht, die Korruption sowie die Gesetzgebung und strafrechtliche Verfolgung bei diesen Straftaten.

In Benguela gehen die Lichter aus

Die größeren Städte in der Provinz Benguela müssen sich auf ernsthafte Einschränkungen bei der Stromversorgung gefasst machen. Auch die Bewohner der betroffenen Städte müssen sich darauf einrichten, bald gänzlich ohne Stromversorgung leben zu müssen.

Seit mehr als einem Monat sind sukzessive Stromausfälle, verursacht durch technische Störungen in einem maroden System von Stromproduktion und –verteilung durch veraltete Wärmekraftwerke an der Tagesordnung. Zwar genehmigte der Ministerrat jüngst den Ausbau der zweiten Phase der geplanten Erweiterung der Stromnetze, dennoch wächst der Unmut der Bevölkerung unüberhörbar.

Bei störungsfreiem Verlauf reichen 90 bis 100 Megawatt aus, um die Nachfrage in den Städten Benguela, Lobito, Catumbela und Baía Farta zu befriedigen. Mit den Störungen in den Kraftwerken wurde die Lage allerdings unhaltbar. Bis zur endgültigen Rehabilitierung des Lomaum Dammes und dem notwendigen Ausbau des Stromnetzes ist daher mit andauernder Krisenstimmung zu rechnen.

Der Gouverneur der Provinz, Isaac dos Anjos, beklagt vor allem den finanziellen und wirtschaftlichen Schaden, der durch die unzureichende Versorgung mit Energie entsteht.

Da die Verantwortlichen der Direktion für Energie und Wasser der Provinz weitgehend „abgetaucht“ sind, blieb es dem Staatssekretär im Ministerium für Energie und Wasser, Joaquim Ventura, vorbehalten, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass dieses Problem den Bewohnern der genannten Städte noch einige Jahre erhalten bleiben wird.

Angesichts der zentralen Bedeutung für die Industrie in der Provinz Benguela hofft die angolanische Regierung, mit der Instandsetzung des Lomaum Staudammes und dem Ausbau des Netzwerks, im Jahr 2016 eine Stromleistung von 200 Megawatt vorhalten zu können.

Kraftstoffpreise deutlich gestiegen

Seit Ende September sind die Kraftstoffpreise in Angola um durchschnittlich 46,4 Prozent gestiegen. Grund ist der Wegfall von Subventionen, die von der angolanischen Regierung auf Drängen des Internationalen Währungsfonds (IWF) weitgehend gestrichen wurden. Damit kostet der Liter Benzin seit Ende September 75 Kwanza (0,76 Dollar), der Liter Diesel 50 Kwanza (0,50 Dollar) und der Liter Kerosin 35 Kwanza (0,35 Dollar). Der Preis für leichtes Heizöl beträgt 50 Kwanza, der für schweres Heizöl 35 Kwanza.

Finanzminister Armando Manuel erklärte, die Regierung stehe vor der Herausforderung, mittel- bis langfristig die Subventionen für Ölderivate zu reduzieren. Derzeit betragen diese etwa 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ziel sei es, entsprechend internationaler Beispiele, die Subventionen auf ein Prozent zurückzuführen.

Im Jahr 2013 wendete der angolanische Staat für Subventionen im Kraftstoffbereich ca. 5,6 Milliarden Dollar auf. Das entspricht etwa 12 Prozent des Staatshaushalts.

Trotz der Preiserhöhungen werden erdölbasierte Kraftstoffe auch weiterhin subventioniert.

Zinsen für Agrarkredite werden gesenkt

Finanzminister Armando Manuel hat per Dekret die Zinsen für Darlehen im Rahmen der landwirtschaftlichen Kredit Kampagne von fünf auf zwei Prozent gesenkt. Der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa sagte der Minister, die Regierung habe die Notwendigkeit einer Senkung des Zinssatzes erkannt. Der Staat werde die entstandene Differenz subventionieren.

Die Agrarkredit Kampagne war 2010 ins Leben gerufen worden, um kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe zu unterstützen. Für die Anschubfinanzierung hatten vier angolanische Banken der Regierung die Gesamtsumme von 150 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.

Die Zinsraten, die Anzahl der zu vergebenden Kredite, die Höhe der jeweils zu genehmigenden Darlehen und die Rückzahlungsmodalitäten werden jährlich – nach Anhörung der Mitglieder des Koordinierungsausschusses für den Agrarkredit – vom Finanzministerium neu festgelegt.

China bleibt Angolas Exportmarkt Nummer eins

Nach Angaben der nationalen Zollbehörde, veröffentlicht im Jornal de Angola, sind im ersten Halbjahr 2014 Waren und Güter im Wert von mehr als zehn Milliarden Dollar in die Volksrepublik China exportiert worden. Das entspricht 50 Prozent des angolanischen Gesamtexports. Mit weitem Abstand folgen die USA mit 12,1 Prozent, Indien (6,8 Prozent), Taiwan (3,7 Prozent) und Portugal (3 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr fielen die angolanischen Exporte in dem genannten Zeitraum um 37,7 Prozent. Der Wert der Exporte betrug 21,706 Milliarden Dollar. Hauptexportgüter waren Öl und bituminöse Mineralien, Rohdiamanten, Holz und Erdgas, die 97,4 Prozent des gesamten angolanischen Exports ausmachten.

Im ersten Halbjahr 2014 importierte Angola Waren im Wert von 14,2 Milliarden Dollar. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 17,3 Prozent. Importiert wurden vor allem Diesel, Flugzeugtreibstoff, Rohre für Öl- und Gasbohrungen und Luftfahrzeuge (Flugzeuge und Hubschrauber).

Die Liste der wichtigsten Herkunftsländer angolanischer Importe wird angeführt von Portugal mit 15,7 Prozent, gefolgt von China (11,7 Prozent), Singapur (11 Prozent), USA (7,7 Prozent) und den Niederlanden (5,6 Prozent).

Zum Vergleich: Deutschland importierte im Jahr 2013 angolanische Waren (vorrangig Öl, Gas, Mineralölerzeugnisse) im Wert von 469,7 Millionen Euro, 77 Prozent mehr als 2012. Die deutschen Exporte nach Angola schwanken stark. Im Jahr 2013 betrug der Wert 291,5 Millionen Euro. Das waren 27 Prozent weniger als 2012. Angola ist drittgrößter Abnehmer deutscher Waren in Sub-Sahara Afrika.

 



Nürnberg, 14. November 2014
Rainer Dzösch

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