Deutsch-Angolanische
Wirtschafts-Initiative e.V.

  

Angola wird zu einem der größten Handelspartner Chinas

Gao Kexiang, Chinas Botschafter in Angola, traf sich in der vergangenen Woche mit dem jüngst ernannten angolanischen Vize-Präsidenten, Manuel Vicente, zu einem Gedankenaustausch in Luanda. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ANGOP äußerte sich Chinas Statthalter in Angola geradezu euphorisch über die Zusammenarbeit beider Länder, „die ihre beste Zeit erreicht hat, da sie dank vieler persönlicher Gespräche auf gegenseitigem politischen Vertrauen basiert, mit einer bemerkenswerten wirtschaftlichen und handelspolitischen Entwicklung“.

In der Tat hat sich Angola 2012 zu einem der größten Handelspartner Chinas entwickelt. Das Handelsvolumen betrug in den ersten sieben Monaten des Jahres 17 Milliarden Euro und stieg damit gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 52,7 Prozent.

China ist mit einem Marktanteil von 33 Prozent größter Abnehmer des in Angola geförderten Öls.

Fast die Hälfte aller angolanischen Exporte gehen nach China

Aus einer Analyse der portugiesischen Universal-Bank BPI, die sich auf Angaben des an-golanischen Nationalen Instituts für Statistik (INE) stützt, geht hervor, daß fast die Hälfte der gesamten angolanischen Exporte nach China gehen, während der Umsatz mit anderen bedeutenden Handelspartnern wie USA, Kanada und Frankreich weiter rückläufig ist. Entfielen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres rund 35 Prozent der angolanischen Exporte auf China, so waren es nach Ablauf des ersten Halbjahrs 2012 bereits 49 Prozent. Verantwortlich dafür sind in erster Linie angolanische Ölprodukte, die fast ausschließlich an China verkauft werden. Angolas Importe aus China sind in dem Vergleichszeitraum von sieben Prozent auf 11 Prozent gestiegen.

Größter Importeur angolanischer Produkte bleibt weiterhin Portugal, dessen Anteil an den Gesamtimporten des westafrikanischen Staates von 14 auf 17 Prozent stieg.

Während sich Angolas Exporte bemerkenswert dynamisch entwickelten, sind die Importe im ersten Halbjahr 2012 weniger stark gestiegen. Insgesamt wuchsen Angolas Exporte bis Juni 2012 um 14,1 Prozent, während die Importe um nur 2,6 Prozent anzogen.

Die angolanische Währung, der Kwanza, bleibt dank der Währungsreserven von nahezu 30 Milliarden Dollar stabil. Die Wechselkurs-Politik der angolanischen Nationalbank (BNA) sowie die Anhäufung von Reserven „trafen die Inflationserwartungen ebenso wie die tatsächliche Inflation“ heißt es in dem Bericht der BPI.

Die Kosten für die Finanzierung der Auslandsverschuldung bleiben bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von zehn Jahren mit knapp drei Prozent niedrig.

Ein Drittel der angolanischen Auslandsschulden entfallen auf Gläubiger wie China, Portugal und Brasilien, über die Hälfte auf Geschäftsbanken.

Ölreserven reichen noch weitere 21 Jahre

Die bislang bekannten Ölreserven in Angola werden nach Einschätzung der Weltbank weitere 21 Jahre Förderung erlauben. Dies geht aus einer Analyse der wirtschaftlichen Aussichten Afrikas  hervor, die die Weltbank halbjährlich unter dem Titel „Africa Pulse“ veröffentlicht.

BNA wird Geldpolitik nicht ändern

Der Gouverneur der Banco Nacional de Angola (BNA), José de Lima Massano, hält es für unwahrscheinlich, daß die Zentralbank ihre Geldpolitik im vierten Quartal des Jahres ändern wird. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, glaubt Massano nicht daran, daß eine Senkung des Leitzinses dazu beitragen wird, die Inflation unter die in diesem Jahr angestrebten 10 Prozent zu drücken. Damit bleibt der im Februar festgesetzte Leitzins von 10,25 Prozent unverändert.

„Unserer Ansicht nach wird eine plötzliche und aggressive Reduzierung des Leitzinses nicht zu einem unmittelbaren Anstieg der Kreditvergaben an die Wirtschaft führen, noch wird damit die Eindämmung der Preise unterstützt“, so José de Lima Massano auf der Website der Zentralbank.

Erste Darlehen aus staatlichem Investment-Programm vergeben

Die Banco de Comercio e Industria (BCI) hat damit begonnen, die ersten drei Darlehen mit einer Gesamtsumme von 4,5 Millionen Dollar aus dem Investment-Programm an angolanische Unternehmen auszuzahlen.

Von den 20 Banken, die an dem staatlichen Investment-Programm teilnehmen, ist die BCI die erste, die mit der angolanischen Regierung einen Vertrag  unterzeichnete. Die Bank wird dem Fonds 20 Millionen Dollar für die Vergabe von Krediten an kleinste, kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung stellen. Die eine Hälfte ist für subventionierte Darlehen vorgesehen, die andere Hälfte kann aus dem von der Regierung verwalteten Garantiefonds für zweckgebundene Kredite abgerufen werden. Die subventionierten Kredite werden zu einem jährlichen Zinssatz von maximal fünf Prozent vergeben. Die Differenz zum jeweils handelsüblichen Zinssatz wird von der angolanischen Regierung ausgeglichen.

Das staatliche Investment-Programm umfaßt insgesamt etwa 250 Millionen Dollar. Mikro-Unternehmen können aus dem Investment-Programm eine Finanzierung von jeweils maximal etwa 210.000 Dollar beantragen, kleine Unternehmen erhalten bis zu jeweils 1,5 Millionen und mittlere Unternehmen je fünf Millionen. Gefördert werden vor allem Unternehmen im Bereich der Landwirtschaft, der Viehzucht und dem Fischfang sowie Hersteller von Baustoffen, die verarbeitende Industrie, Bergbau, Geologie und der Dienstleistungssektor.

Erste Darlehensnehmer der BCI sind ein mittelständisches Unternehmen in der Provinz Kwanza Sul, das 3,8 Millionen Dollar für die Anschaffung einer Verarbeitungsmaschine zur Herstellung von Fruchtsäften und Fruchtfleisch erhielt, 365.000 Dollar wurden einem kleinen Lebensmittelhersteller in Luanda zugesprochen und weitere 334.000 gingen an ein Unternehmen in der Provinz Kwanza Norte, das mit der Produktion und dem Verkauf von Mineralwasser begonnen hat.

Inzwischen hat sich auch die Banco BIC bereit erklärt, 60 Millionen Dollar in den Investment-Fonds einzuzahlen.

Portugals BPI profitiert von Angola

Die Banco Portugues de Investimento (BPI) erwartet in diesem Jahr die dynamischste Entwicklung ihres Konzern-Umsatzes in Angola. Anlaß dazu gibt der erzielte Gewinn von 19,8 Millionen Euro am Ende des dritten Quartals. Dies berichtet die angolanische Wochenzeitung Expansao unter Berufung auf Informationen der Bank.

Der Konzern-Gewinn beläuft sich danach in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf insgesamt 115,8 Millionen Euro. Analysten der Universal-Bank hatten der BPI für die ersten neun Monate des Jahres ein Wachstum von 6,7 Prozent prognostiziert.

In Angola beträgt der Marktanteil der BPI bei Darlehen neun Prozent, bei Einlagen 15, bei Kredit- und Scheckkarten 24 Prozent sowie 30 Prozent bei Zahlterminals via Banco de Fomento Angola (BFA), an der BPI mit 50,1 Prozent beteiligt ist. Ende Juni 2012 zählte die BFA in 138 Zweigstellen, acht Investment- und 14 Business-Zentren 971.000 Kunden, die meisten davon in Luanda.

Russische Bank öffnet weitere Kreditlinie für Angola

Die VTB, Rußlands zweitgrößte Bank, wird Angola eine weitere Kreditlinie in Höhe von zwei Milliarden Dollar öffnen. Das sagte der Vorsitzende der Bank, Andrej Kostin, der Nachrichtenagentur ANGOP.

Die russische Bank, die bereits seit fünf Jahren auf dem angolanischen Markt tätig ist, hatte schon früher dem Finanzministerium einen Kredit über eine Milliarde Dollar zur Verfügung gestellt. Weitere zwei Milliarden sollen nun also folgen.  

Nach einem Gespräch mit Angolas Staatspräsidenten dos Santos erklärte Kostin die Bereitschaft seiner Bank, auch angolanische Geschäftsleute mit Krediten aus Rußland zu unterstützen.

Regierung kündigt landesweite geologische Karte an

Die angolanische Regierung wird eine geologische Karte des gesamten Staatsgebiets erstellen lassen, um die Reserven und Potentiale der Bodenschätze des Landes dokumentieren zu können. Wie der neue Minister für Bergbau und Geologie, Francisco Manuel Monteiro de Queiros, anläßlich eines Besuchs des staatlichen Bergbauunternehmens Ferrangol mitteilte, soll damit die Akquisition von Investoren im Bereich Bergbau erleichtert werden.

Mit der Erhebung der geologischen Daten können Ministerium und Geologisches Institut ihre Dienstleistungen im Hinblick auf die Lizenzierung und Registrierung von Investoren deutlich verbessern und Genehmigungsprozesse zum Abbau der Bodenschätze beschleunigen.

Der Fokus ist eindeutig auf die Gewinnung privater Investoren gerichtet, so der Minister. Dies betrifft insbesondere die Exploration von Eisenerz und Magnesium in Kassinga, Kassala und Kitungo in der südlichen Provinz Huila, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Francisco Queiros schloß nicht aus, daß sich auch die angolanische Regierung im Rahmen von Entwicklungsprogrammen für die Provinzen Huila und Namibe an den Investitionen beteiligen könnte. Zudem versprach der Minister den Investoren, daß sein Ministerium für Transparenz beim Erwerb von Explorationsrechten sorgen wird. Der Mining Code enthält klare Regeln zum Zugriff auf diese Rechte.

In einer Rede zum Abschluß seines dreitägigen Besuchsprogramms in den Provinzen Huila und Namibe, in denen er Bergbau-Entwicklungsprojekte besichtigte, sagte der Minister: „Ich appelliere an alle potentiellen Investoren im Bergbau-Sektor, einen Bereich zu identifizieren, der über Bodenschätze verfügt und die geforderten Unterlagen an das Ministerium zu senden. Alle Investitionsvorhaben werden transparent und zügig bearbeitet. Wir werden jeden Anleger unterstützen. Der Bergbau-Sektor braucht dringend Investitionen.“

Stärkere Kontrolle von Arzneimitteln eingeleitet

Gesundheitsminister José van Dunem will die Einfuhr von Arzneimitteln sowie den ango-lanischen Arzneimittelmarkt stärkeren Kontrollen unterwerfen. Zehn Mini-Labors, die von Merck Pharmaceuticals Portugal angeboten wurden, sollen dabei helfen, strenge Qualitätskontrollen durchzuführen und Fälschungen von Medikamenten auf die Spur zu kommen.

Weil illegal eingeführte, gefälschte Billigprodukte von Medikamenten nicht nur auf den Straßen verkauft werden, sollen auch Apotheken intensiven Kontrollen unterzogen werden. Die Mini-Labors werden auch in Häfen, Flughäfen und an Grenzübergängen zum Einsatz kommen. Das Ministerium bildet in verschiedenen Seminaren Mitarbeiter für den Einsatz der Mini-Labors aus, insbesondere in den Randzonen-Provinzen Cunene, Namibe, Uige und Zaire sowie in Luanda.

Angola sucht eigenen Weg in der Landwirtschaft

Angola ist dabei, in der Landwirtschaft Erfahrungen anderer Länder zu sammeln, um daraus ein eigenes Konzept für die Entwicklung der heimischen Landwirtschaft zu erarbeiten. Am Rande des Forums “Landwirtschaft im aktuellen Kontext der Entwicklung von Angola“ in Luanda, veranstaltet von der Fundacao Eduardo dos Santos (FESA), sagte Amaro Tati, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, der Nachrichtenagentur ANGOP:

„Wir wollen, daß die Menschen Landwirtschaft praktizieren und ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Wir müssen die jüngste Vergangenheit der Landwirtschaft überwinden, die für niedrige Einkommen stand und nur auf den Binnenkonsum gerichtet war. Ich möchte, daß wir wieder zur Selbstversorgung und zum Export zurückkehren.“

Wachstum und Entwicklung im landwirtschaftlichen Sektor, so Tati weiter, heißt, sich von der bloßen Sicherstellung des Lebensunterhalts zu verabschieden und sich dem Agrar-Business zuzuwenden. Angola muß in die Forschung und den Ausbau der Landwirtschaft investieren. Dazu gehören auch Untersuchungen an Universitäten und in Instituten zur Verbesserung der Bedingungen für den Anbau von Pflanzen, deren Ergebnisse den Erzeugern aber auch mitgeteilt werden müssen. Nach Auffassung von Amaro Tati ist dies der einzige Weg, fruchtbare Böden und Samen zu entwickeln, um eine zuverlässige Produktion für Verbrauch und Lebensmittelindustrie zu gewährleisten.

China baut landwirtschaftliches Forschungszentrum

Amaro Tati, Staatsekretär im Landwirtschaftsministerium, und Chinas stellvertretender Handelsminister, Li Jinzao, unterzeichneten eine Vereinbarung zum Bau eines landwirtschaftlichen Forschungszentrums in Mazozo, rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Luanda entfernt.

In dem neuen Forschungszentrum sollen in erster Linie Tests für den Anbau von Reis und unterschiedlichen Weizensorten in verschiedenen Regionen Angolas durchgeführt werden.  

Fünf Flughäfen für Kuando-Kubango

Higino Carneiro, frischgebackener Gouverneur der Provinz Kuando-Kubango, plant in den Gemeinden Calai, Cuangar, Dirico, Rivungo und Nankova den Bau von fünf neuen Flughäfen, ausgelegt für Starts und Landungen von kleinen und mittelgroßen Flugzeugen. Damit sollen die Reisezeiten zwischen den Städten reduziert und Güter schneller befördert werden.

Laut Carneiro kommt dem Bau der Flughäfen wegen der großen Entfernungen zwischen der Provinzhauptstadt Menonque und den kommunalen Hauptstädten, die durchschnittlich 1.000 Kilometer betragen,  eine große Bedeutung zu. Zudem sind die Fernstraßen vielfach noch mit Landminen und dicken Schichten von Sand  belastet und damit weitgehend unbefahrbar.





Nürnberg, 14. November 2012
Rainer Dzösch

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