Deutsch-Angolanische
Wirtschafts-Initiative e.V.

  

Angola plant Privatisierung staatlicher Unternehmen

Angola plant, in den nächsten Jahren 74 staatliche Unternehmen zu privatisieren, vor allem solche aus dem Bereich Industrie. So steht es in dem Prospekt, der im Rahmen der Eurobond-Emission des Landes an potentielle Anleger versandt wurde. Darin heißt es: „Generell beabsichtigt die Regierung, ihre gesamten Anteile an diesen Unternehmen zu verkaufen. Die langfristige Politik der Regierung besteht darin, Unternehmen, die nach Ansicht der Regierung aus politischen Gründen nicht in öffentlichem Besitz bleiben müssen, zu privatisieren.“

Insgesamt soll es sich dabei um 74 Unternehmen handeln, die aber nicht namentlich genannt werden. Auch über die Höhe der erhofften Verkaufserlöse finden sich keine Angaben. Die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa will erfahren haben, dass zu den Unternehmen, die vollständig oder teilweise privatisiert werden sollen, Angolas Häfen, die nationale Fluggesellschaft TAAG, die Banco BIC und das Versicherungsunternehmen ENSA gehören sollen.

Bei seinem Amtsantritt im September vergangenen Jahres hatte Staatspräsident João Lourenço zugesagt, staatliche Eingriffe in die Wirtschaft zu reduzieren, die seit der Unabhängigkeit Angolas im Jahre 1975 zentral kontrolliert wird. Eine Folge des nach dem Rückzug Portugals sowjetisch beeinflussten Staatsaufbaus und des nahezu 30 Jahre andauernden Bürgerkriegs.

Staatspräsident Lourenço will das Wachstum wieder beleben, indem er die Wirtschaft für ausländische Investoren öffnet und sich vom Erdöl unabhängig macht, das derzeit 95 Prozent der Exporte ausmacht.

Angola ist dabei, über zwei Eurobond-Emissionen drei Milliarden US-Dollar aufzubringen, indem es Schuldverschreibungen im Wert von 1,75 Milliarden US-Dollar zu 8,25 Prozent und eine 30-jährige Tranche von 1,25 Milliarden US-Dollar zu 9,375 Prozent auflegt.

In dem Prospekt wird von einer Gesamtverschuldung Angolas bis Ende 2018 von 77,3 Milliarden US-Dollar oder 70,8 Prozent des BIP ausgegangen. Darin nicht enthalten sind die Schulden des staatlichen Ölunternehmens Sonangol.



Nürnberg, 11. Mai 2018
Rainer Dzösch

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