Deutsch-Angolanische
Wirtschafts-Initiative e.V.

  

Angola ist für die Ölkrise gerüstet

Angola ist besser auf die derzeitige Ölkrise vorbereitet als dies 2008 mit dem dramatischen Rückgang des Wirtschaftswachstums von 23 Prozent in 2007 auf 2,4 Prozent in 2009 und einer Abwertung des Kwanza um 18 Prozent der Fall war. Zu diesem Fazit kommen Analysten der Deutschen Bank in einem Bericht, der bereits im Dezember 2014 abgeschlossen, aber erst gestern veröffentlicht wurde.

Zu den Faktoren, die dazu beitragen können, dass Angola trotz weiterhin starker Abhängigkeit vom Ölexport die Auswirkungen des Verfalls des Ölpreises besser kompensieren kann, zählen die Analysten das solide Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, eine moderate Staatsverschuldung, erhebliche finanzielle Reserven, eine im Vergleich zu 2008 weitaus stärker diversifizierte Wirtschaft und den mit fünf Milliarden US-Dollar ausgestatteten Ölfonds. Auch der Verlust von Marktanteilen in den USA wird die angolanische Wirtschaft - anders als Nigeria - nicht signifikant beeinflussen. Die Verfasser des Berichts gehen davon aus, dass die Ölproduktion kurzfristig (innerhalb der kommenden fünf Jahre) wieder ansteigen wird, mit ermutigenden, langfristigen Aussichten.

Grund für diesen Optimismus liefert die in den Anfängen steckende „Pre-salt Exploration“ zur Erschließung neuer Ölvorkommen, deren erwartetes Potential bislang noch nicht berücksichtigt wurde. Die Autoren des Berichts der Deutschen Bank schätzen, dass sich die auf 13 Milliarden Barrel geschätzten Ölreserven Angolas durch die Förderung von Öl aus Salzschichten unterhalb des Meeresbodens verdoppeln könnten. Die bisherigen Probe-Bohrungen haben sich als sehr vielversprechend erwiesen.

Die Analysten verkennen allerdings nicht, dass durch den Verfall des Ölpreises die Gewinnmargen der Mineralölgesellschaften kleiner werden und damit ein Rückgang der Investitionen in die Ölförderung nicht auszuschließen ist.    

Eine Gefahr für die angolanische Wirtschaft sehen die Berichterstatter der Deutschen Bank in den Auswirkungen der Abschwächung der chinesischen Wirtschaft. Seit 2012 geht die Hälfte der angolanischen Ölexporte nach China. Zudem ist die Volksrepublik China einer der größten Geldgeber Angolas bei der Gewährung von Darlehen zu Marktbedingungen oder Vorzugszinsen, aber auch in Form einer „Öl-für-Geld“ Vereinbarung, in der die Rückzahlung von Darlehen durch die Lieferung von Öl geregelt ist.

Von einer sinkenden Nachfrage Chinas nach angolanischem Öl droht daher die eigentliche Gefahr für die Wirtschaft des afrikanischen Landes.  



Nürnberg, 20. Januar 2015
Rainer Dzösch

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